Nissan Leaf (Serie)

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Nissan stellte den Leaf 2010 als reines Elektrofahrzeug vor. Der Leaf ist ein Vertreter der Kompaktklasse und inzwischen das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Nissan produziert rund 250.000 Einheiten pro Jahr. Der E-Motor des Leaf leistet 109 PS. Die Ladekapazität seines Lithium-Ionen-Energiespeichers beträgt 24 Kilowattstunden (kWh). Die Preise beginnen bei 29.300 Euro. Zu den unmittelbaren Wettbewerbern zählen der 136 PS starke E-Golf von Volkswagen und der Hyundai Ioniq mit 120 PS.

Daten

Daten

Der 4,45 Meter lange, viertürige Nissan Leaf ist ein reines Elektrofahrzeug, das ausschließlich von einem Wechselstrom-Synchronmotor angetrieben wird. Der Motor leistet 109 PS und bietet 254 Newtonmeter (Nm) maximales Drehmoment. Er ist mit einem stufenlosen Getriebe verbunden, das die Kraft auf die Vorderräder überträgt. Der Energiespeicher hat eine Kapazität von 24 kWh und bietet eine Praxisreichweite von knapp 200 Kilometern. Seit 2015 steht optional ein Akku mit 30 kWh zur Verfügung. Die Ladezeiten variieren je nach Stromquelle zwischen rund 12,5 Stunden und 4,5 Stunden. An einer Schnellladestation reichen 20 Minuten für eine 80-prozentige Batteriefüllung. Der Leaf beschleunigt aus dem Stand in 11,5 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 144 km/h.

  • Ausschließlich ein E-Antrieb mit 109 PS und 254 Nm
  • Vorderradantrieb
  • Schnellladefunktion für 80 Prozent Ladekapazität in 20 Minuten
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Test

Test

Der Nissan Leaf ist ein Pionier unter den Elektrofahrzeugen. Er gilt als ausgereift, ist umfangreich ausgestattet und gut verarbeitet. Als Elektrofahrzeug spielt er seine Vorteile besonders im Stadtverkehr aus. Konzeptionsbedingt tritt er aus dem Stand agil wie ein sportliches Fahrzeug an. Die Laufruhe des Antriebs sorgt für einen außergewöhnlich angenehmen Fahrkomfort. Da der Antrieb beim Rollen und Bremsen Energie zurückgewinnt, verführt der Leaf fast automatisch zu einer gelassenen und vorausschauenden Fahrweise. Auch die Sitze bieten einen ordentlichen Komfort. Der für ein Fahrzeug der Kompaktklasse ungewöhnlich lange Radstand unterstützt den Fahrkomfort des soft, aber nicht zu weich abgestimmten Fahrwerks, das über 16-Zoll-Räder und gute Bremsen verfügt. Im Fahrbetrieb erweist sich der Leaf als alltagstauglich. Seine 370 Liter Gepäckraumvolumen entsprechen dem Durchschnitt der Kompaktklasse.

  • Ordentliches Platzangebot
  • Ruhiges, entspanntes und sehr komfortables Fahrverhalten
  • Solide Verarbeitung
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Preise

Preise

Den Nissan Leaf gibt es ab knapp 30.000 Euro. Abzüglich der zeitlich vorerst nicht befristeten E-Auto-Prämie von 5.000 Euro bewegt sich die Elektrolimousine preislich im Umfeld der Kompaktklasse. Nissan bietet den Leaf in drei Ausstattungslinien an: Visia, Acenta und Tekna. Die Tekna-Version kostet knapp 35.000 Euro. In diesen Preisen ist die Batterie enthalten. Alternativ bietet Nissan die Möglichkeit, das Fahrzeug ohne Batterie zu einem rund 6.000 Euro günstigeren Basispreis zu kaufen und den Akku monatlich für 80 bis 145 Euro zu mieten (je nach Laufzeit zwischen zwölf und 36 Monaten und Jahresfahrleistung von 12.500 bis 25.000 km).

  • Günstiger Einstiegspreis
  • Zwei Finanzierungsmodelle für die Batterie
  • Drei Ausstattungslinien, gute Serienausstattung
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Mit der Markteinführung des Leaf im Jahr 2010 legte Nissan als zweitgrößter japanischer Automobilhersteller ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität ab. Der Nissan Leaf ist das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Mit etwa 15.300 Neuwagen pro Jahr sind die Norweger die besten europäischen Kunden der elektrischen Mittelklasselimousine von Nissan, gefolgt von den Briten, die 12.500 neue Leafs pro Jahr erwerben.


Vorderansicht - schräg
Nissan Leaf: Elektromobilität mit Fahrfreude und Attraktivität.
Seitenansicht

Da in Deutschland die Elektromobilität trotz massiver staatlicher Förderung noch immer ein Mauerblümchendasein fristet, fallen die Verkaufszahlen des Leaf immer noch überschaubar aus. Seit Markteinführung 2010 registrierte das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg bis Ende 2016 exakt 3.734 Zulassungen.

Überschaubares Wettbewerbsumfeld

Als Vertreter der Mittelklasse bewegt sich der Nissan Leaf in einem überschaubaren direkten Umfeld. VW hat gerade im Rahmen der großen Modellpflege für den Golf die E-Variante technisch aufgerüstet. Der E-Golf tritt nun mit 136 PS an. Seine Batterie hat ein Ladevolumen von 35,8 kW/h, was nach NEFZ-Norm für 300 Kilometer reicht. Der Grundpreis beträgt knapp 36.000 Euro. Wie der Leaf ist auch der 2016 vorgestellte Ioniq von Hyundai ausschließlich für alternative Antriebe konzipiert. Die mindestens 33.300 Euro teure Elektro-Version aus Korea bietet einen 120 PS starken Motor und eine Lithium-Ionen-Batterie mit 28 kW/h Ladekapazität. Nach NEFZ-Norm reicht das für 280 Kilometer Reichweite.

Zwei Finanzierungsmodelle für den EnergiespeicherNissan bietet seinen Kunden beim Kauf des Leaf zwei Finanzierungsmodelle für die Batterie. Entweder kauft der Kunden den Lithium-Ionen-Energiespeicher komplett mit dem Fahrzeug zu Preisen ab rund 30.000 Euro. Oder er wählt einen rund 6.000 Euro günstigeren Grundpreis für das Auto und mietet die Batterie. Die monatlichen Kosten richten sich nach der Dauer des Vertrags und den geplanten jährlichen Fahrleistungen. Es sind Laufzeiten zwischen zwölf und 36 Monaten möglich und Jahresfahrleistungen von 12.500 bis 15.000 Kilometer.

Eine gut ausgestattete Limousine der Mittelklasse

Mit einer Länge von 4,45 Metern bewegt sich der Nissan Leaf in den Dimensionen der Golfklasse. Auch die 370 Liter Gepäckraumvolumen fallen standesgemäß aus. In puncto Platzangebot und Alltagsnutzen ist der Leaf ein vollwertiges Transportmittel für vier Erwachsene. Schon die Basisausstattung Visia lässt nichts Wesentliches vermissen. Sie bietet unter anderem eine umfangreiche Sicherheitsausstattung mit acht Airbags, ABS, elektronische Bremskraftverteilung, Bremsassistent und Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP). Dazu elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Bluetooth-Radio mit CD-Wechsel und eine im Verhältnis 60:40 geteilte und umklappbare Rückbank. Ausstattung Acenta verlockt mit 16-Zöllern aus Leichtmetall, Multimediasystem, Regensensor, Rückfahrkamera und Tempomat. Und Acenta toppt schließlich mit 17-Zöllern aus Leichtmetall, LED-Scheinwerfern, Soundsystem von Bose, Lederpolstern und Winterpaket mit Heizung für Vordersitze, Lenkrad und Außenspiegel. Da bleibt nur noch Raum für die Erweiterung der Batteriekapazität auf 30 km/h für 2.000 Euro oder das Navisystem für 870 Euro.

Standfeste Antriebstechnik

Mit zwei wesentlichen Vorurteilen hat die Elektromobilität bislang zu kämpfen. Die wesentlichen Einwände betreffen die Reichweite und die Haltbarkeit des Energiespeichers. Mit einer praxistauglichen Reichweite von knapp 200 Kilometern ist der Nissan Leaf für 99 Prozent aller Aufgaben gerüstet. Gut, er eignet sich weniger für die lange Urlaubsreise und den Handlungsreisenden auf der Langstrecke, aber als Dienstwagen für ein täglich gleichbleibendes Fahrprofil bietet er sich ebenso an wie für die Rolle des Familien-Zweitwagens. Zumal bundesweit bereits mehr als 2,5 Millionen private Solaranlagen Strom liefern und damit die Energiekosten von rund fünf Cent pro Kilometer noch einmal deutlich zu senken vermögen. Für die Haltbarkeit des Energiespeichers bürgt der Hersteller mit bemerkenswerten Garantieleistungen: acht Jahre, beziehungsweise 160.000 Kilometer.

Akustik-Warner für Fußgänger

So sehr Umwelt und Passagiere von der Laufruhe des Elektroantriebs profitieren: Für Fußgänger oder Radfahrer ist der Nissan Leaf zu ruhig. Um gegen die Gefahr eines Unfalls vorzubeugen, verfügt die Limousine über ein System, das künstlich Geräusche einer Beschleunigung oder eines Bremsvorgangs bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h erzeugt, um Fußgänger zu warnen. Der Leaf erzeugt auch einen Warnton beim Anlassen oder beim Zurücksetzen über einen Lautsprecher im Motorraum.