Mercedes GLA (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preise und Kosten

Spät aber mit Wums: Erst seit 2014 ist Mercedes in der Klasse der Kompakt-SUVs vertreten - drei beziehungsweise fünf Jahre später als die Hauptgegner Audi Q3 und BMW X1. Dafür aber stach der Stuttgarter Hersteller die Konkurrenz kurz nach Marktstart gleich mit einer bärenstarken AMG-Version des nur 4,42 Meter langen Hochbeiners aus.

Daten

Daten

Vorausgesetzt, man steht auf Kompakte-SUVs – wofür angesichts des Verkaufserfolgs in der Klasse viel spricht - ist beim GLA für jeden Geschmack etwas dabei: Man bekommt ihn als Topsportler in der AMG-Version mit 2,0-Liter-Turbo und Allrad, die mittlerweile auf 381 PS erstarkt ist, in 4,4 Sekunden auf 100 km/h sprintet und sich dabei offiziell 7,4 Liter Superplus genehmigt. Im Programm ist aber auch der 180d für genügsamere Naturen. Das Sparaggregat mit 1,5 Litern Hubraum leistet 109 PS und verlangt nach 4,0 Litern Diesel. Dafür geht es gemächlicher zur Sache (11,9 Sekunden); als einziger GLA knackt er die 200-km/h-Marke nicht.

  • sparsame bis kräftige Motoren
  • ausschließlich Vierzylinder
  • keine alternativen Antriebe
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Test

Test

Solide, sicher, aber ein bisschen unpraktisch – so kann das Fazit vieler Tests zusammengefasst werden. Die Verarbeitungsqualität wird gelobt, ebenso das Niveau bei der Sicherheitsausstattung mit serienmäßigem Kollisionswarnsystem und sieben Airbags. Zudem lassen sich viele Assistenten bestellen, das optionale "Intelligent Light" sorge für eine hervorragende Fahrbahnausleuchtung, so manches Urteil. Allerdings, und das ist wohl das Hauptmanko, fordert das profilierte Außendesign seinen Tribut: Der GLA ist extrem unübersichtlich, und das Raumangebot in Fond und Kofferraum fällt nur gerade so ausreichend aus. Egal welches Modell man wählt, der GLA gilt als ausreichend motorisiert, die Verbrauchswerte der mittleren Aggregate werden als annehmbar gewertet, die Lenkung grundsätzlich als präzise, das Fahrwerk als eher komfortabel.

  • gute Verarbeitung
  • sehr gute Sicherheitsausstattung
  • schlechte Übersicht
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Preise

Preise

Beim Preis hat das Kompakt-SUV aus Stuttgart einen kleinen Bonus gegenüber dem Konkurrenten BMW X1: Es ist in der Basisausführung 180, dem 1,6-Liter-Benziner mit 122 PS, für knapp 29.000 Euro zu bekommen. Bei BMW muss man für die vergleichbare Motorisierung rund 2000 Euro mehr einplanen. Der preisgünstigste Audi Q3 ist dagegen ein paar Hunderter billiger. Grundsätzlich aber gilt: Dass Mercedes eine teure Marke ist, davon macht auch der GLA keine Ausnahme. Bereits der günstigste Diesel (180d) steht mit knapp 32.000 Euro als Fronttriebler in der Liste. Und soll es ein Allrader sein, dann werden mindestens gut 37.000 Euro bei den Benzinern (220) bzw. knapp 38.000 Euro bei den Dieseln (200d) fällig, denn die Basismotorisierung gibt es nicht mit 4Matic.Außer Konkurrenz rangiert der 45 AMG mit knapp 57.000 Euro.

  • Preise auf Premiumniveau
  • moderate Betriebskosten
  • nur zwei Jahre Garantie
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Das Serienmodell des auf der A-Klasse basierenden Nachzüglers konnte die Öffentlichkeit erstmals auf der IAA im Herbst 2013 in Augenschein nehmen. Da glitzerte als viertes Auto der Mercedes-Kompaktklasse (nach A- und B-Klasse sowie dem gedrungen Viertürer-Coupé CLA) ein erneut für Stuttgarter Verhältnisse unkonventionell gestaltetes Auto im Rampenlicht, das im darauffolgenden Frühjahr erstmals zu den Kunden kam. Merkmale: flache Dachlinie, wuchtiges Heck.


Vorderansicht - schräg
Ein unkonventionell gestaltetes Auto glitzert im Rampenlicht.
Seitenansicht

Zum Start bot Mercedes den dickbackigen GLA zum Basispreis von gut 29.000 Euro mit drei Benzin- und zwei Dieselmotoren an – durch die Bank weg Vierzylinder-Aggregate mit mindestens 136 PS und Start-Stopp-System, wahlweise und je nach Ausführung an einen 6-Gang-Handschalter oder ein automatisch agierendes 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt. Allrad gab es ebenfalls als Option, wie typisch bei Mercedes in Verbindung mit den stärkeren Versionen.

Bevor Mercedes den schwächsten Selbstzünder mit 109 PS aus 1,5 Litern Hubraum und 260 Nm an maximalem Drehmoment (180d) nachreichte, reklamierte zunächst der 200d (2,2 Liter Hubraum, 136 PS, 300 Nm) den günstigsten Norm-Verbrauchswert für sich, den der Hersteller mit 4,2 Litern auf 100 Kilometer und einem CO2-Ausstoß von 114 g/km angab. Der mittlerweile verfügbare 180d toppt dies mit 4,0 Litern bzw. 105 g/km.

Der AMG – bei Fahrleistung und Preis ganz weit vorn

Bereits im Januar 2014 auf der Automesse in Detroit ausgestellt, übergab Mercedes im darauffolgenden Sommer den ersten GLA 45 AMG in Kundenhand. Beim Durchschnittsverbrauch mit 7,5 Litern Superplus (CO2-Austoß: 175 g/km) zwar der Letztplatzierte, fuhr die Sportversion des Haus- und Hoftuners sowohl in der Preisliste als auch bei den Fahrleistungen aber ganz nach vorn.

Mit elektronisch abgeregelten 250 km/h Spitze war er um 15 Sachen schneller als der nächstschwächere GLA 250 4Matic mit 211 PS. 4,8 Sekunden gab Mercedes für die Beschleunigungsdauer von 0 auf 100 km/h an. Das Aggregat, ein Vierzylinder-Turbo mit 360 PS, kam auf maximale 450 Nm. Startpreis des Kompaktsportlers war knapp 56.000 Euro.

Von Beginn an wollte Mercedes auch mit einer fortschrittlichen Serienausstattung punkten. So bekamen alle GLA eine Müdigkeitserkennung sowie eine radargestützte Kollisionswarnung an Bord, die bis zur Endgeschwindigkeit funktioniert. Die Allradmodelle 4Matic wurden stets mit einer Bergabfahrhilfe und Offroad-Fahrprogrammen ausgeliefert. Aufpreis verlangte der Hersteller für Totwinkel-Warner sowie eine aktive Einparkhilfe und weitere Assistenten. Das Stauvolumen liegt mit 421 Litern weit unter dem des X1 (505 Liter), dafür aber über dem des Audi Q3 (356 Liter).

Neu im Allrad-Programm: der GLA 220

Erst gut drei Jahre alt, ist eine Neuauflage des GLA erst für 2019/2020 zu erwarten, doch aufgefrischt wurde das Kompakt-SUV zur Hälfte seiner Laufzeit schon. Das Facelift von Ende 2016 ist bereits im Handel und brachte übliche Retuschen wie veränderte Stoßfänger oder neue Wahlmöglichkeiten bei Lackfarben und Felgendesign. Auch LED-Scheinwerfer können Kunden jetzt erstmals ordern.

Weiterhin überarbeitete Mercedes neben der Ausstattungsliste, die jetzt die dringend benötigte 360-Grad-Kamera für mehr Rundumsicht beim Rangieren umfasst, auch die Motorpalette. Neu unter der Fronthaube arbeitet auf Wunsch ein Benziner mit 184 PS. Der GLA 220 reiht sich zwischen den GLA 200 (156 PS) und den GLA 250 (211 PS) ein. Allerdings kann der neue Motor nur mit Allradantrieb bestellt werden.