BMW X3 (Serie)

Mit der ersten Generation des X3 betrat BMW im Jahr 2003 fruchtbares Neuland. Die Baureihe E83 etablierte sich schnell zum sportlichen und erfolgreichen SUV-Pionier. Und das zu einer Zeit als Alternativen rar waren. Die zweite Generation F25 wirkt dagegen mit mehr Platz und verbessertem Fahrkomfort deutlich erwachsener als die erste.

Daten

Daten

Aktuell leistet der kleinste Motor im X3 150 PS, der 18d ist zugleich auch der einzige Motor, der statt Allrad mit dem sDrive genannten Heckantrieb ausgeliefert wird. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h ist er zwar die langsamste Variante, doch dafür auch die mit dem niedrigsten Verbrauch, den BMW nach Norm mit kombiniert 4,7 Litern Diesel angibt. Alle anderen Varianten – vom 20i bis zum 35d – übertragen ihre Kraft über alle vier Räder auf die Straße und sind über 200 km/h schnell. Die Spitze in Sachen Fahrleistung und Preis bildet der 35d mit 313 PS, der 245 km/h schafft und dabei nach nur 5,3 Sekunden die 100-km/h-Marke passiert. Sein Drehmoment liegt bei 630 Nm, während die am wenigsten durchzugsstarke Version, der 184 PS leistende 20i, auf 270 Nm kommt.  

  • durchzugsstarke Motoren
  • sportliche Fahrleistungen
  • verbrauchsarme Diesel
null
Test

Test

Wie für einen BMW kaum anders zu erwarten werden die hohe Verarbeitungsqualität, die große Auswahl an allerdings teils nur teuer zu erstehenden Assistenz- und Sicherheitssystemen, die standfesten Bremsen und die guten Fahrleistungen hervorgehoben – letztere variieren selbstredend je nach Art der Motorisierung. Besonderes Lob erfährt die gut abgestufte und geschmeidig arbeitende 8-Gang-Automatik. Leider halten nur die schwächeren Diesel das Enthaltsamkeitsversprechen im Fahralltag. Das Sicherheitsniveau wird als hoch eingestuft – unter anderem weil ein Notbremsassistent als Standard an Bord ist. Zur Serie gehören auch sechs Airbags, in Crashtests schneidet der X3 mit Höchstwertungen ab.

  • sicheres Fahrverhalten
  • Top-Verarbeitung
  • große Auswahl an Assistenzsystemen
null
Preise

Preise

Das Positive zuerst: Der X3 ist wie die meisten BMW ein sehr wertstabiles Fahrzeug. Typisch sind aber auch die hohen Neuwagenpreise, die bei dem Mittelklassemodell zwischen 38.900 Euro (18d) und 58.700 Euro (35d) rangieren. Auch die Unterhaltskosten sind hoch. Als kleine Unverschämtheit dürften viele Kunden es empfinden, dass BMW mittlerweile auf eine Neuwagengarantie gänzlich verzichtet und nur noch eine Sachmängelhaftung im gesetzlichen Rahmen anbietet. Wer Garantie will, muss auch dafür zahlen. 

  • hoher Anschaffungspreis
  • hohe Fix- und Werkstattkosten
  • keine Garantie
null
Beschreibung

Serienbeschreibung

Mit dem X3 begann auch bei BMW die Schrumpfkur in der Fahrzeugklasse der SUVs. Es war der zweite sogenannte Geländewagen, den BMW 2004 dem wuchtigen X5 als kleinen Bruder zur Seite stellte. Anfangs noch nur mit Sechszylindermotoren angeboten, wurde der X3 bald zu einem Paradebeispiel für das Downsizing – mit ihm kamen die Vierzylinder in die X-Familie. Anders als beim großen Bruder sind sie beim X3 mittlerweile in der Überzahl. Auch bot BMW mit dem X3 erstmals einen Geländegänger optional ohne Allrad an – wenngleich das einst neuartige xDrive-System mit variabler Drehmomentverteilung zwischen den Achsen auch aktuell noch die Antriebsart fast aller angebotenen Modellvarianten ist. Konkurrenten auf dem Neuwagenmarkt sind unter anderem der Audi Q5, der Mercedes GLK, aber auch der Honda CR-V oder der Mazda CX-5.


Vorderansicht - schräg
Das Downsizing kündigte sich anfangs sehr verhalten an.
Seitenansicht

Bereits 2003 konnten Interessierte einen Blick auf die Serienversion des damals neuen X3 werfen, die als Messeneuheit auf der IAA in Frankfurt stand. Dank xDrive versprach BMW dynamisch-agile Fahreigenschaften sowohl im Gelände als auch auf der Straße. Eine Getriebeuntersetzung oder einen Geländegang bot der Allradler zwar schon damals nicht, dafür aber eine Bergabfahrhilfe. Ausgestellte Radhäuser, kurze Karosserieüberhänge und eine nach hinten abfallende Dachlinie sollten den sportlichen Anspruch unterstreichen.

Ebenso die Technik unter der Haube: Zwei Reihensechszylinder mit je 3,0 Litern Hubraum – ein Benziner, ein Diesel, beide über 200 PS stark. Sind heute 6-Gang-Handschaltung und 8-Gang-Automatik Standard, sorgten bei der ersten Generation zunächst noch 6-Gang-Schaltgetriebe und 5-Stufen-Automatik für die Kraftübertragung.

Als Einstiegsmotorisierung endlich ein Vierzylinder

Das Downsizing kündigte sich 2004 auf dem Genfer Salon recht verhalten an: Der neue Motor war immer noch ein Sechszylinder, wenn auch auf 2,5 Liter Hubraum und 192 PS geschrumpft. Der Preis sank von 40.300 Euro auf 38.100 Euro. Erst im Spätsommer reichte BMW die kleinen Aggregate nach: Der 2.0d als Einstiegsversion kam auf 150 PS und war ein Vierzylinder. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 198 km/h.

Nachdem zur IAA 2005 ein X3-Konzept mit Hybridtechnologie gezeigt worden war, die dann später im X5 ihr Seriendebüt geben sollte, brachte das erste Facelift von 2006 etwas mehr Premium-Ambiente in das Auto, an dem es für BMW-Verhältnisse zuvor gemangelt hatte. Unter der Haube zogen neue Motoren ein, darunter als Top-Modell ein Reihensechszylinder-Diesel mit Twin-Turbo und 286 PS aus 3,0 Litern Hubraum, das ab 50.300 Euro in der Liste stand. Die Kraftverteilung des xDrive-Systems zwischen Vorder- und Hinterachse wurde optimiert, Schürzen und Schweller wurden fortan in Wagenfarbe lackiert. Das zuvor etwas holprige Fahrwerk wurde komfortabler abgestimmt.

Produktion verlegt: Von Graz nach Spartanburg

Mit der Präsentation der um knapp zehn Zentimeter auf 4,66 Meter gewachsenen zweiten Modellreihengeneration auf dem Pariser Autosalon 2010 kündigte sich eine Zäsur an, die vor allem die Produktion des X3 betraf. Die Fertigung des Kompakt-SUVs wurde von Graz, wo es vom österreichischen Produktionspartner Magna Steyr gebaut worden war, ins BMW-Werk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina verlegt, wo bereits die Modelle X5 und X6 vom Band liefen.

Im November 2010 kam die Neuauflage auf den Markt, die zum Teil mit Motoren der größeren Brüder bestückt wurde. Die Speerspitze bildete der 35i mit einem Sechszylinder-Benziner mit 306 PS, der in 5,7 Sekunden auf Tempo 100 sprintete und maximal 245 km/h schnell war. Das Basismodell, ein Diesel mit 2,0 Litern Hubraum, kam auf 184 PS. Einzug hielt auch die 8-Gang-Automatik als Option. Weil unter anderem serienmäßig ein Start-Stopp-System verbaut wurde, sanken die Verbrauchswerte signifikant. Für den kleinsten Diesel nannte BMW einen Verbrauch von 5,6 Litern und einen CO2-Ausstoß von 149 g/km.

Wachstum für mehr Raum

Aufgrund der größeren Dimensionen wuchs das Kofferraumvolumen um 70 auf 550 Liter. Auch die Insassen hatten nun mehr Platz, der im Vorgänger vor allem für Fondpassagiere doch eher klein ausgefallen war. Als Novum in der Klasse feierte der Hersteller das Head-up-Display, das Kunden als Option bestellen konnten. Ein kleines Paradigma warf BMW 2012 über den Haufen, als es den X3 auch erstmals mit Heck- statt Allradantrieb zu kaufen gab. Der sDrive18d zog aus zwei Litern 143 PS, war damit bis zu 195 km/h schnell, begnügte sich aber mit einem Normverbrauch von 5,4 Litern und 142 g/km CO2 – in Verbindung mit der 8-Gang-Automatik. Die neue Technik brachte auch einen günstigeren Einstiegspreis von 36 200 Euro.

Eine weitere Revision erfuhr der X3 zum Frühjahr 2014, als BMW wie bei Facelifts üblich das Design der Zeit anpasste. Die Front wurde überarbeitet und LED-Scheinwerfer als Option in die Aufpreisliste aufgenommen. Zwei neue, auf Sparsamkeit getrimmte Vierzylinder-Diesel mit 150 PS und 190 PS wurden bereitgestellt. Seit der Modellpflege können Kunden als Extra auch eine elektrische Heckklappe ordern, die sich per Fußbewegung am hinteren Stoßfänger öffnen lässt. Bei der Gelegenheit hob der Hersteller die Preise leicht an.