BMW X1 (Serie)

Haben Kritiker anfangs noch bezweifelt, dass das kompakte Crossover-Modell X1 überhaupt Erfolg haben wird, behauptete sich BMW´s Einsteiger-X-Serie schnell als eines der meistverkauften Autos im gesamten Sortiment. Dabei kann die zweite Generation, die seit Ende 2015 gebaut wird, vieles noch besser als die erste.

Daten

Daten

Auch der X1 belegt, dass Downsizing, also die Verkleinerung der Motoren um Zylinder und Hubraum, bei BMW keinen großen Verzicht auf Fahrspaß bedeuten muss. Die beiden leistungsstärksten Motoren, der 25i und der 25d, generieren jeweils 231 PS und beschleunigen BMWs kleinste SUV immerhin auf 236 km/h. Im Normverbrauch liegen die beiden ausschließlich mit dem Allradantrieb xDrive erhältlichen Top-Modelle bei 6,4 Litern Super und 5,1 Litern Diesel. Auf der anderen Seite steht der Dreizylinder 18i mit einem Verbrauch von 5,1 Litern Super, der nur vom 18d mit 4,1 Litern Diesel unterboten wird. Aber auch diese beiden Varianten sind noch über 200 km/h schnell und beschleunigen in unter zehn Sekunden auf Tempo 100.

  • Front- und Allradantrieb
  • durchzugsstarke Motoren trotz Downsizing
  • Dreizylinder als Option
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Test

Test

Die gegenüber dem Vorgänger gesteigerte Verarbeitungsqualität, die meist überzeugenden Fahrleistungen sowie eine gute Raumausnutzung gemessen an der Fahrzeuglänge werden dem X1 in Tests als positiv bescheinigt. Und sogar den Paradigmenwechsel vom Heck- zum Frontantrieb verzeihen viele Kritiker dem Auto der unteren Mittelklasse, denn es bringt seine Kraft in vielen Lebenslagen verlässlich auf den Untergrund. Was auch gefällt: Das zeitgemäße Angebot an Assistenz- und Sicherheitssystemen, denn der X1 fährt immer mit Notbremsassistent. Was weniger gefällt: der markentypisch hohe Preis.

  • gutes Sicherheitsniveau
  • viele Assistenten
  • hohe Verarbeitungsqualität
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Preise

Preise

Bei aktuell 30.800 Euro geht es los - und damit ist der X1 nicht nur für ein Kompakt-SUV teuer, sondern auch im Vergleich zur übrigen Konkurrenz der Premiumhersteller in diesem Segment. Einen Mercedes GLA bekommt man schon für 28.941 Euro, einen Audi Q3 ab 28.200 Euro. Wer mehr Leistung will, sollte mindestens 42.800 Euro hinlegen, mit denen die beiden Top-Modelle starten. Extras hat man dann allerdings auch noch nicht an Bord. Und die sind bei BMW üppig in Auswahl und Preis. Zudem bietet der Hersteller statt einer Neuwagengarantie nur die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung.

  • hohe Basispreise
  • viele Extras
  • keine Neuwagengarantie
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Der X1 steht nicht nur bei BMW, sondern durch herstellerübergreifend für mehrere Trends: SUV werden immer kleiner, sie fahren oft ohne Allradantrieb, gelten nach KBA-Klassifizierung dennoch als Geländewagen und die Motoren schrumpfen stetig. All dies verkörpert der X1, und damit ist auch klar: Das knapp 4,45 Meter lange High-(w)heel-Auto ist ein Kernmodell für die Marke, zumal es den Einstieg in die X-Welt darstellt und damit für eine breitere Käuferschicht erschwinglicher ist als seine großen Brüder X3 und X5. Das Basismodell 18i mit Frontantrieb kostet 30.800 Euro, liegt damit allerdings rund 1850 und 2600 Euro über den Einstiegsmodellen der Hauptkonkurrenten Mercedes GLA und Audi Q3.

BMW verzichtet erstmals bei einem SUV auf Allrad

Als viertes X-Modell kam das bis dato kleinste SUV der Münchner Marke 2009 zu den Händlern, nachdem das Konzeptauto im vorangegangenen Herbst auf dem Pariser Autosalon einen Vorgeschmack gegeben hatte. Anfangs gönnte BMW dem 13 Zentimeter kürzeren Bruder des X3 sogar noch einen seiner typischen Sechszylinder-Motoren. Das 3,0-Liter-Aggregat mit 265 PS wurde aus dem 130i transplantiert. Für Effizienz stand der 218d mit 143 PS, der mit einem Verbrauch von 5,2 Litern nach Norm und dem CO2-Ausstoß von 136 g/km zu seiner Zeit als Spritsparmodell galt. BMW erreichte dies unter anderem, weil man erstmals bei einem SUV optional auf den Allradantrieb verzichtete.

Weniger Zylinder, mehr Infotainment

Sparsamere Diesel folgten im Laufe der Modellgeschichte – zunächst war das ab 2012 der 16d mit 116 PS und einem Verbrauch von 4,9 Litern Diesel bei einem CO2-Ausstoß von 128 g/km. Vorher noch ersetzte BMW 2011 den Sechszylinder-Benziner durch einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 245 PS und Start-Stopp-Technik – wahlweise per sechsgängigem Handschalter oder mit 8-Gang-Automatik bestückt.

Das Facelift von 2012 brachte dem Einstiegs-SUV den erwähnten 16d und weitere neue Motoren, darunter auch der Spitzen-Diesel 25d mit einem Verbrauch von 5,5 Litern und einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h bei 218 PS. Ansonsten machte sich die Modellpflege durch neue Schürzen vorn und hinten sowie einer Erweiterung der Infotainment- und Online-Funktionen per BMW-Apps bemerkbar.

Technisch auf Höhe der Zeit gebracht

2015, kurz nach einer minimalen Facelift-Maßnahme, rollte die zweite Modellgeneration vor, die dem X1 viele technische Neuheiten bescherte, darunter eine neue Motorenpalette. Am wichtigsten aber: Mit dem Wechsel zur UKL-Plattform, die auch von BMW 2er Tourer-Modellen und der BMW-Tochter Mini genutzt wird, hieß es für X1-Modelle ohne Allradantrieb zugleich auch Front- statt des bisher für BMW typischen Heckantriebs. Zudem werden die Motoren seitdem quer zur Fahrtrichtung montiert. Und: Wie zuvor im 2er Active Tourer zog mit dem 136 PS starken 18i als Einstiegsmotor ein Dreizylinder ein.

Waren Fahrerassistenzsysteme im Vorgänger noch weitgehend Mangelware, schöpft der Nachfolger aus den Vollen. Vom automatischen Abstandshalter über Müdigkeit- und Fußgängererkennung bis zum Spurhalte- und Stauassistenten kann vieles bestellt werden. LED-Scheinwerfer sind ebenso verfügbar wie eine elektrische Heckklappe oder ein Head-up-Display. Im Innenraum zeigt sich der aktuelle X1 flexibler als zuvor: Die einst innovative dreigeteilte Rückbank lässt sich nun in Längsrichtung verschieben, und das Ladevolumen bemisst sich standardmäßig auf 505 statt zuvor 420 Liter.