Audi R8 (Serie)

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Erst der Luxus, dann die Leistung: Zwar hat sich Audi spätestes mit dem A8 als Premiumhersteller auf Augenhöhe mit BMW und Mercedes etabliert. Doch eine Kleinigkeit hat den Bayern fürs Selbstbewusstsein und zum Vollsortimenter im Oberhaus noch gefehlt: ein waschechter Supersportwagen. Diese Lücke schließt seit 2007 der von der damaligen Quattro GmbH entwickelte R8. Seit 2015 in der zweiten Generation, hat sich der Zweisitzer mittlerweile als ebenbürtiger Konkurrent von Modellen wie dem Porsche 911 und dem Mercedes-AMG GT erwiesen. Und als Dorn im Auge von BMW. Denn die Mittbewerber aus München sind seitdem der einzige Anbieter im Oberhaus, der reichen Rasern keinen Sportwagen zu bieten hat.

Daten

Daten

Bislang gibt es den R8 als Coupé oder Spyder ausschließlich mit einem 5,2 Liter großen V10-Motor. Weil er als einer der letzten seiner Art ohne Lader auskommt, dreht er besonders hoch, spricht sehr spontan an und wirkt entsprechend leidenschaftlich. Die Bayern kombinieren das Triebwerk grundsätzlich mit einem voll variablen Allradantrieb und ihrem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe, haben aber zumindest für das Coupé zwei Leistungsstufen im Programm: Als R8 V10 kommt der Zweisitzer auf 540 PS und als V10 plus auf 610 PS. Den Spyder gibt aktuell dagegen nur in der schwächeren Variante. An frischer Luft herrscht darin dennoch kein Mangel: Er beschleunigt in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 318 km/h. Für das Coupé gibt Audi Sprintwerte von 3,5 und 3,2 Sekunden sowie Höchstgeschwindigkeiten von 320 und 330 km/h an.

  • 5,2 Liter großer V10-Motor mit 540 PS oder 610 PS
  • einer der letzten Supersportler mit Saugmotor
  • Spitzentempo bis 330 km/h
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Test

Test

Am Fahrverhalten des R8 haben die Tester nichts auszusetzen. Im Gegenteil loben sie den Sportwagen als extrem präzise, schnell, scharf und bis in den Grenzbereich gut zu beherrschen. Außerdem erntet Audi einmal mehr viel Lob für die Ergonomie und für das Ambiente, das für Sportwagen in dieser Preis- und Leistungsklasse als Maßstab gilt. Kritik gab es dagegen vor allem am mutlosen Design, an dem Audi zum Generationswechsel weniger geändert hat als sonst bei manchem Facelift. Außerdem vermissen viele Experten beim R8 ein wenig Lust und Leidenschaft, die wie bei allen Audis aus dieser Entwicklungsphase einer unterkühlten Perfektion zum Opfer fallen.

  • faszinierendes Fahrverhalten
  • perfekte Ergonomie
  • mutloses Design
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Preise

Preise

Audi verlangt für den R8 mindestens 166.000 Euro. Dafür gibt es den Sportwagen als V10-Coupé mit 540 PS. Für exakt 24.000 Euro mehr bekommt man den 610 PS starken R8 V10 plus und bei einem Grundpreis von 179.000 Euro für den R8 Spyder liegt der Frischluft-Aufschlag bei glatten 13.000 Euro. Nach oben bietet die Preisliste dank zahlreicher Sonderausstattungen für Design und Performance Luft bis weit jenseits von 200.000 Euro, nach unten soll bald ein V8-Motor den Spielraum vergrößern.

Gemessen an der Konkurrenz ist der R8 damit ein teures Vergnügen. Der nur mit V8 lieferbare Mercedes-AMG GT kostet mit 510 PS nur 135.305 Euro und einen Porsche 911 gibt es bereits ab 96.605 Euro – dann allerdings auch nur mit 370 PS. Selbst der Lamborghini Huracan ist nicht viel teurer: Mit 580 statt 540 PS, aber ohne Allradantrieb kostet er 178.500 Euro.

  • Startpreis 166.000 Euro
  • Aufschlag für Spyder 13.000 Euro
  • teurer als die direkte Konkurrenz
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Wir schreiben das Jahr 2000 und eine Firma tanzt vor Glück. Denn zum ersten Mal in der Geschichte gewinnt Audi das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Und der Erfolg ist keine Eintagsfliege. Sondern auch in den beiden Jahren darauf stellt das Team aus Ingolstadt den Sieger an der Sarthe. Das Auto, das sich bei dem wahrscheinlich berühmtesten Rennen der Welt am besten bewährt, hat einen Namen, den man später noch öfter hören wird: R8.


Vorderansicht - schräg
Der R8 war der Ritterschlag für Audi auf dem Weg zum Premiumhersteller.
Seitenansicht

Beflügelt von den Erfolgen im Sport beschließen die Bayern nämlich noch in Le Mans den Bau eines Serienautos und zeigen schon ein halbes Jahr später auf der IAA die passende Studie dazu, die sie – was für eine Überraschung - Le Mans Quattro nennen. Zwar dauert es dann noch vier Jahre, bis der Wagen bei der Quattro GmbH zur Serienreife entwickelt wird. Doch 2007 gibt die Flunder als R8 ihren Einstand, Audi steigt zum ersten Mal in die Liga der Supersportwagen auf und holt sich gar vollends seinen Ritterschlag auf dem Weg zum Premiumhersteller.

Schnellster Audi seiner Zeit

Weitgehend aus Aluminium gefertigt und deshalb im besten Fall nur 1,6 Tonnen schwer, startet der R8 für 104.400 Euro als Coupé, das von einem V8-Motor mit 4,2 Litern Hubraum und 420 PS befeuert wird. Unter einem beleuchteten Glasdeckel direkt hinter den Passagieren montiert, treibt der Sauger alle vier Räder an und beschleunigt den Wagen als ersten Audi ab Werk auf mehr als 300 km/h. Zwei Jahre später folgt ein 5,2 Liter großes V10-Triebwerk mit anfangs 525 PS, das dann schon 313 km/h schafft. Im Sondermodell GT steigt die Leistung auf 560 PS und das Spitzentempo auf bei Audi bis dato unerreichte 320 km/h.

Nachdem der erste Run auf den Renner abgeflaut ist, flachen die Bayern das Feuer mit viel frischem Wind noch einmal an: Drei Jahre nach dem Debüt gibt es den Spitzensportler deshalb für rund 14.000 Euro mehr erstmals auch als Spyder. Statt der Aluminiumhaube trägt er eine knapp geschnittene Stoffmütze, die sich auf Knopfdruck über das Heck faltet. Darunter ändert sich allerdings nichts: Es bleibt bei der Wahl zwischen dem V8 und dem V10-Motor.

Spielwiese der Ingenieure

Der R8 war für Audi nicht nur Aushängeschild und Eroberer, sondern immer auch eine technologische Spielwiese, auf der sich die Entwickler austoben konnten. Das gilt für Ausstattungen wie die LED-Scheinwerfer, die in dem Sportwagen erstmals in Serie gegangen sind, genauso wie für den Antrieb. So haben die Bayern in dem Supersportwagen lange Zeit mit einem V12-Diesel von 6,0 Litern Hubraum und 500 PS experimentiert und diesem für die Messe in Detroit 2008 sogar ein Showcar spendiert. Und auch als Elektroauto war der R8 geplant: Über ein Dutzend Prototypen mit 381 PS und mehr als 200 Kilometern Alltagsreichweite hat Audi gebaut und damit sogar eine Rekordrunde auf der Nordschleife gefahren, bevor dem Projekt Ende 2012 doch wieder der Stecker gezogen wurde.

Generationswechsel im Jahr 2015

Nach 27.000 Exemplaren in acht Jahren, jeder Menge Design- und Technologiepreisen, über 200 Siegen auf der Rennstrecke sowie einem Facelift im Herbst 2012 lässt Audi den ersten R8 Ende 2014 auslaufen und enthüllt auf dem Genfer Salon 2015 die zweite Generation des Sportwagens. Äußerlich nur dezent verändert, innen aber mit einem Lenkrad, fast wie in der Formel 1 noch stärker auf den Fahrer zugeschnitten. Unter dem Aluminiumblech noch konsequenter entwickelt, startet die Flunder mit einem neuen, voll variablem Allradantrieb und dank reichlich Karbon spürbar weniger Gewicht zunächst als Coupé mit einem 5,2 Liter großem V10-Motor mit 540 PS oder 610 PS. Ein gutes Jahr später gibt es den Sportwagen auch wieder als Spyder, und um den Preis ein wenig zu drücken, soll vermutlich 2018 die V8-Version ein Comeback feiern.

Auch bei der zweiten Generation will Audi seinem Markenclaim „Vorsprung durch Technik“ Rechnung tragen und setzt deshalb auch bei den Details auf Innovation: Der R8 wird so zum ersten Serienfahrzeug mit Laserscheinwerfern, bekommt neben einem Lenkrad wie in der Formel 1 auch komplett animierte Instrumente und hat mehr Karbon in der Struktur als jedes andere Modell aus Ingolstadt.

Der R8 behauptet sich zwar tapfer gegen Konkurrenten wie den Porsche 911, den Mercedes AMG-GT oder den McLaren 640, hat aber seinem vielleicht schärfsten Gegner überhaupt erst die Existenz ermöglicht. Denn auf der gleichen Basis baut die italienische Schwestermarke Lamborghini den Huracan.