Audi A5 (Serie)

Er ist der ungekrönte Schönheitskönig im Audi-Modellprogramm. Denn als die VW-Tochter auf dem Genfer Salon im März 2007 das Tuch vom A5 gezogen hat, wurde das Coupé als stilistisches Meisterstück gefeiert. Das ist vor allem ein Verdienst des damaligen Designchefs Walter da Silva, der die schnöde Großserientechnik des A4 in ein verführerisches Gewand gesteckt hat und den A5 all den zuvor gezeichneten Alfa Romeos zum Trotz bis heute selbst als seinen schönsten Entwurf rühmt. Zugeschnitten auf Konkurrenten wie den Zweitürer des 3er BMW und den damals sehr erfolgreichen Mercedes CLK hat es Audi nicht beim Coupé belassen, sondern zunächst ein Cabrio und dann den viertürigen Sportback nachgeschoben. Diese Dreifaltigkeit haben die Bayern auch bei der zweiten A5-Generation fortgeführt, die ab 2016 verkauft wurde.

Daten

Daten

Im Grundmodell des A5 kommen unabhängig von der Karosserievariante nach dem Generationswechsel nur noch Vierzylinder-Benziner mit zwei Litern Hubraum und 190 oder 252 PS zum Einsatz; einziger V6-Motor ist ein 3,0 Liter großer Diesel mit 218 PS, der den 2,0-Liter-TDI mit 190 PS flankiert. Allrad gibt es für alle Varianten außer dem Basis-Benziner zumindest als Option. Wer einen V6-Benziner will, muss bereits zum S5 greifen und bekommt dann einen quattro mit 3,0 Litern Hubraum und 354 PS. An der Spitze steht wie eh und je der RS5, der aber seinen V8-Motor eingebüßt hat und in der zweiten Generation ebenfalls auf sechs Flammen kocht. Allerdings hat Audi Sport den 2,9 Liter auf 450 PS getunt und hebt die Höchstgeschwindigkeit gegen Aufpreis auf 280 km/h an. Das macht den RS5 zu einem veritablen Porsche-Konkurrenten. Weil der A5 aber nicht nur schön und schnell sein will, sondern auch sparsam, bietet Audi einige verbrauchsoptimierte „ultra-Modelle“ und weist für sie Normwerte ab 4,1 Litern Diesel aus. Außerdem haben die Bayern einen A5 Sportback g-tron mit Erdgas-Antrieb in Aussicht gestellt.

  • breit gefächerte Motorpalette von 190 bis 450 PS
  • kein V8-Motor mehr
  • effiziente „ultra“-Versionen und Erdgas-Umrüstung
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Test

Test

Im Crashtest hat der Audi A5 die Bestwertung von fünf Sternen erhalten. Bei den Auto-Testern schneidet er dagegen nicht ganz so gut ab und teilt das Schicksal aller MQB-Modelle, die unter der Ägide des Entwicklungsvorstands Ulrich Hackenberg und des Designchefs Wolfgang Egger auf den Weg gebracht wurden: Die A5-Familie gilt als derart perfektioniert, dass es ihr gerade für so leidenschaftliche Nischenmodelle wie Coupé und Cabrio an Emotionen fehlt. Die Autos haben ein faszinierendes Fahrverhalten, die Elektronik ist eindrucksvoll und das Interieur von imponierender Qualität – aber in der Summe dieser guten Eigenschaften wirken die A5-Modelle auf viele Experten unterkühlt und zu steril. Und das Design wird als zu gleichförmig und evolutionär kritisiert.

  • zu perfekt um gut zu sein
  • innovative Technologien wie Matrix-Licht und Virtual Cockpit
  • gleichförmiges Design
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Preise

Preise

Die Preise für das A5 Coupé beginnen bei 37.800 Euro für den 190-PS-Benziner. Anders als bei Konkurrenten wie dem BMW 4er und der Mercedes C-Klasse ist der Zweitürer damit nur 450 Euro teurer als die entsprechende Limousine aus der A4-Familie. Für das Cabrio allerdings muss man mindestens 49.350 Euro bezahlen, weil dort der billigste Motor ein 190-PS-Diesel ist. Auch im A5 Sportback ist der Einstiegsmotor ein Selbstzünder, hier mit 190 PS und einem Grundpreis von 40.850 Euro. Teuerstes Modell der Familie ist zunächst das RS5 Coupé, das für 80.900 Euro verkauft wird und mit ein paar Extras mühelos die 100.000er-Marke knackt.

Vergleicht man identische Motor- und Ausstattungsvarianten, liegen Coupé und Sportback preislich gleichauf und das Cabrio ist knapp 9000 Euro teuer.

  • geringer Aufschlag zur A4-Limousine
  • Coupé und Sportback zum gleichen Preis
  • Cabrio knapp 9000 Euro teurer
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Als Antwort auf den Mercedes CLK und die erfolgreichen Zweitürer der BMW 3er/4er-Reihe hat auch Audi 2007 seine Mittelklasse-Familie erweitert. Dabei haben die Bayern aber nicht wie sonst immer mit dem Cabrio begonnen. Sondern als Schöngeist für die Business-Klasse hat Designchef Walter da Silva zunächst ein Coupé entworfen und um dessen Eigenständigkeit zu betonen, hat Audi ihm auch einen eigenen Namen gegeben: A5.


Der Audi A5 ist der Schöngeist für die Business-Klasse.

Premiere im Jahr 2007

Der Zweitürer war die Keimzelle einer ganzen Modellfamilie. Denn zwei Jahre nach dem Start haben die Bayern zum Sommer 2009 auch ein Cabrio aufgelegt und im Herbst 2009 als dritte Spielart den A5 Sportback ins Rennen geschickt. Mit vier Türen und fließendem Abschluss sollte er dem Trend zur Coupé-Limousine folgen.

So eigenständig das Design der A5-Familie war, so sehr hat sie sich bei der Technik am A4 orientiert. Das gilt auch für die Motoren, die eine entsprechend breite Auswahl abgedeckt haben und wie immer bei Audi die Vorderachse oder dank quattro-Antrieb alle vier Räder angetrieben haben. Über die Laufzeit spannte sich der Bogen bei den Benzinern vom 1,8 Liter großen Vierzylinder mit 144 PS bis zum 4,2 Liter großen V8-Motor mit 354 PS. Die Spitze markierte der RS5, der mit 450 PS im Datenblatt stand und gegen Aufpreis bis 280 km/h Auslauf bekommen hat. Bei den Dieseln gab es nur Vier- und Sechszylinder mit 136 bis 245 PS und Verbrauchswerten, die bis auf 4,2 Liter gedrückt wurden.

Zweite Generation ab 2016

Der A4 und mit ihm der Modulare Querbaukasten des VW-Konzerns standen auch bei der zweiten A5-Generation von 2016 Pate. Wie alle Fahrzeuge auf dieser Architektur startet auch der A5 mit deutlich größerem Radstand, sportlicheren Proportionen und mehr Platz im Innenraum bei gleichzeitig deutlich reduziertem Gewicht. Außerdem übernimmt er zahlreiche neue Technik-Komponenten aus dem Teilelager des VW-Konzerns – darunter LED-Scheinwerfer und das Virtual Cockpit mit seinen komplett animierten Instrumenten, das Head-up-Display und den Tempomat mit Abstandsregelung.

Der neue A5 gibt seinen Einstand auf dem Genfer Salon im Frühjahr zunächst wieder als Coupé. Im Herbst zeigen die Bayern in Paris den Nachfolger des Sportback und das Jahr 2017 beginnen sie mit der Premiere des Cabrios in Detroit. Auch der RS5 wird bereits Anfang 2017 auf dem Genfer Salon enthüllt und beugt sich dem Diktat der Vernunft. Weil Downsizing ein Gebot der Stunde ist, büßt das Sportmodell seinen V8-Benziner ein und stürmt ab der zweiten Hälfte des Jahres mit einem 2,9 Liter großen V6-Turbo von ebenfalls 450 PS auf die Überholspur.